Seminararbeit Baldurs Gate

Zelgadis

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Wie wirkt sich das Spielerlebnis von alten Spielen, anhand der Flow-Theorie, auf die emotionale Bindung der Spieler aus? Eine Betrachtung digitaler Nostalgie und der Langzeitmotivation über Jahrzehnte von Baldurs Gate 1 Spielern.

Ja, das ist wohl mein Thema für meine Seminararbeit in Spielanalyse und ich würde gerne eure Meinung dazu hören! Ich selbst bin 35, seit kurzem Game Design Student, spiele Baldurs Gate seit ich ca 12 bin und ich spiele es in unregelmäßigen Abständen immer wieder. Also alle paar Jahre setz ich nochmal 10-20 in BG1 oder BG2. Geht das noch jemanden so? Und wie aktiv ist Community eurer Meinung nach? Sind ja nicht alle hier im Forum, aber die Steam Zahlen sind ja mmn für so einen Schinken auch ziemlich gut. Würde mich über eure Meinung freuen!
:shine::herz:;)
 

Lotus Noctus

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Den wesentlichsten Punkt hast du ja schon anhand deiner eigenen Biografie genannt. Ich bin jetzt 37, aber auch noch während meiner Jugendphase mit Baldurs Gate aufgewachsen. Damals gab es ja eine ganze Palette an sehr bekannten Spielereihen, die teilweise bis heute (erfolgreich) fortgeführt werden. Das waren neben Baldurs Gate, Diablo, Age of Empires, Knights & Merchants, Heroes of Might and Magic, Warcraft, Command & Conquer, Jagged Alliance, Commandos, Baphomets Fluch, Monkey Island, Demonworld, Cossacks, Sudden Strike, S.W.A.T., Resident Evil, FIFA, Grand Theft Auto uvm.

Es gab sicherlich noch mehr, die ich aber höchstens nur angespielt habe wie Siedler / Cultures oder Anno. Sowas prägt einen. Bei dem ein oder anderen Game vermisst man eine (gute) Fortsetzung. Gorky 17, Mayday - Tag der Entscheidung oder Demonworld 1 vermisse ich bzw. hätte ich mal gern gespielt (waren dann zu veraltet / konnten nicht mehr zum Laufen gebracht werden). Die ersten beiden habe ich zu spät entdeckt und die Grafik bei Gorky 17 ist heute purer Augenkrebs. Ich würde es aber sofort kaufen, wenn es neu aufgelegt werden würde.

Was besagt denn die Flow-Theorie? - Falls es die nach Csikszentmihalyi ist, dann würde ich meinen, je höher die "Immersion" eines Spiels, desto wahrscheinlicher ein höherer "Flow" bei mir. Es kommen natürlich noch andere Faktoren dazu, aber das ist sozusagen die Basis.

PS: Muss leider ab morgen für längere Zeit in die Klinik und hab da kein Internet. Kann also nur noch heute / morgen früh bis auf unbestimmte Zeit antworten.
 
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Stian

Rosebud
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Ich spiele es immer wieder, nach dem Motto alte Liebe rostet nicht. Bin mittlerweile 39. BG2 nicht so häufig, mein letzter Durchgang den ich nicht abgebrochen habe muss knapp 20 Jahre her sein. Im Moment bin ich kurz davor wieder in die Zauberfeste zu schippern, vielleicht schaffe ich es ja diesmal nach ToB - Weiß gar nicht mehr wie das Ende war. Mag BG1 einfach so viel lieber. Von der Community weiß ich nicht mehr viel, ist auf Reddit aber nach wie vor lebendig
 

Zelgadis

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Den wesentlichsten Punkt hast du ja schon anhand deiner eigenen Biografie genannt. Ich bin jetzt 37, aber auch noch während meiner Jugendphase mit Baldurs Gate aufgewachsen. Damals gab es ja eine ganze Palette an sehr bekannten Spielereihen, die teilweise bis heute (erfolgreich) fortgeführt werden. Das waren neben Baldurs Gate, Diablo, Age of Empires, Knights & Merchants, Heroes of Might and Magic, Warcraft, Command & Conquer, Jagged Alliance, Commandos, Baphomets Fluch, Monkey Island, Demonworld, Cossacks, Sudden Strike, S.W.A.T., Resident Evil, FIFA, Grand Theft Auto uvm.

Es gab sicherlich noch mehr, die ich aber höchstens nur angespielt habe wie Siedler / Cultures oder Anno. Sowas prägt einen. Bei dem ein oder anderen Game vermisst man eine (gute) Fortsetzung. Gorky 17, Mayday - Tag der Entscheidung oder Demonworld 1 vermisse ich bzw. hätte ich mal gern gespielt (waren dann zu veraltet / konnten nicht mehr zum Laufen gebracht werden). Die ersten beiden habe ich zu spät entdeckt und die Grafik bei Gorky 17 ist heute purer Augenkrebs. Ich würde es aber sofort kaufen, wenn es neu aufgelegt werden würde.

Was besagt denn die Flow-Theorie?

PS: Muss leider ab morgen für längere Zeit in die Klinik und hab da kein Internet. Kann also nur noch heute / morgen früh bis auf unbestimmte Zeit antworten.
Flow beschreibt eine Art "optimalen Erlebenszustand", in Abwesenheit von Angst und begleitet von hoher Zufriedenheit. Ich habs meinen Kumpels wie folgt erklärt: "Also der Zustand, wenn dir um 3 Uhr Nachts auffällt das du seit 9 Stunden Hereos 3 zockst und total fein mit dieser Tatsache bist. Andere sagen 'Sucht', Game Designer sagen 'Flow'" ^^ Der letzte Satz ist natürlich Scherzhaft gemeint, kann im falschen Kontext aber sehr wohl Ernst und/oder fehl am Platz sein. Wie gesagt, so hab ich Flow die Tage meinen Kumpels erklärt als sie gefragt haben.

Auf jeden Fall ist die Aufgabenstellung das wir eine wissenschaftliche Motivationstheorie im Spielekontext diskutieren sollen. Ich hoffe mit der Flow Theorie einen guten Bogen zur digitalen Nostalgie zu knüpfen.

Hast auf jeden Fall einige Kracher aufgezählt! Diabolo, HOMM, C&C, Monkey Island, etc. Digitales Kulturgut at its best! :herz:
 

Lotus Noctus

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Ja ich habs zwischenzeitlich gefunden und oben editiert, zeitgleich mit deinem Posting. :D Motivation klingt auch immer nach Maslows Pyramide. ;)
 

Zelgadis

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Ich spiele es immer wieder, nach dem Motto alte Liebe rostet nicht. Bin mittlerweile 39. BG2 nicht so häufig, mein letzter Durchgang den ich nicht abgebrochen habe muss knapp 20 Jahre her sein. Im Moment bin ich kurz davor wieder in die Zauberfeste zu schippern, vielleicht schaffe ich es ja diesmal nach ToB - Weiß gar nicht mehr wie das Ende war. Mag BG1 einfach so viel lieber. Von der Community weiß ich nicht mehr viel, ist auf Reddit aber nach wie vor lebendig
Dann werd ich auch mal auf reddit reinlesen, danke für den Tipp! Aber ja, alte Liebe!:herz:

Ein guter Freund meinte zu dem Thema, wir sind einfach alt geworden und inzwischen schwer zu Begeistern. ^^ Aber ich denke da war und ist mehr dran an diesen zeitlosen Krachern!
 

CaptainHawkeye

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Ich (48) habe die Spiele damals direkt gespielt, nachdem sie jeweils erschienen sind und sie haben mich bis heute nicht mehr losgelassen, trotz harter Konkurrenz durch die DSA-Nordlandtrilogie, Icewinddale 1+2, Monkey Island 1+2, Indy3+4, Day of the Tentacle und später dann Dragon Age Origins, Drakensang1+2 uvm.

Allerdings mag ich BG2 wesentlich mehr als BG1. In BG2 waren die Companions besser ausgearbeitet, und es gab die klassenspezifischen Strongholds. Man konnte mehrere Quests auf verschiedene Art und Weise lösen und es gab deutlich weniger Hol- und Bring-Quests. Allerdings hat auch BG1 nach wievor seinen Reiz, vor allem mit passende n Mods, z.B. dem NPCMod, der die Companions in BG1 drastisch aufwertet.
Und großartig ist natürlich, das man seit einigen Jahren beide Spiele inkl. Addons in derselben Engine (der von BG2) quasi in einem Rutsch also als "ein Spiel" durchspielen kann.

Übrigens die Community ist immer noch sehr lebendig, nach bald 30 Jahren, z.B. auch hier: https://www.gibberlings3.net

Es gibt auch einen jüngst aufpolierten Port von BG1 in die Engine von NWN2 und ein Port von BG2 soll in diesem Sommer folgen.
 

Tim

Streichel-Mod
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Ich bin jetzt einfach mal das Kontrastprogramm. Ich bin mittlerweile über 40 - ich habe einen Job der mich den ganzen Tag am PC sitzen lässt.
Wenn ich daheim spiele, spiele ich nur noch zur Unterhaltung. NICHT mehr für eine Herausforderung. Wenn ein Spiel was ich heutzutage spiele keinen Story Mode hat kaufe ich es nicht mehr.

BG1 war mein Lieblingsspiel - ich habe es zigmal durchgespielt. Und ich habe es genossen. Bis zu dem Zeitpunkt wo sich diese Art von "Oldschool" nicht mehr gut anfühlte für mich. Ich habe angefangen Funktionen der neueren CRPGs zu vermissen und ich mochte es nicht mehr dass ich für meinen "Story Mode" gezwungen war mich durch das Spiel mittels Basilikengrinding durchzucheesen weil ich ansonsten zigmal bestimmte Kämpfe hätte neu machen müssen.
Selbst das BG1EE hat zwar Faszination ausgelöst - aber wenn ich heute jetzt die Wahl habe ein BG1 oder ein Pillars of Eternity/Tyranny oder ähnliches nochmal durchzuspielen dann würde ich immer eines der neueren wählen.
Vielleicht liegt es auch daran dass ich BG1 schon zu oft gespielt habe. Aber ich glaube es liegt bei mir daran dass ich mich stark an neue Komfortfunktionen und Schwierigkeitsgrade gewöhnt habe. Und ich weiß es zu schätzen dass ich bei neueren Spielen aus diesem Metier eben nicht meine nicht mehr so ausgedehnte Spielzeit besser nutzen kann.
 

Maus

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Aus meiner Sicht spricht für BG 1+2 das Vorhandensein der Modifikationen. Da kann man dann jedes Jahr neue Inhalte spielen. Ist für mich also gar nicht Nostalgie oder so, sondern ein Spiel, dessen Mechanik ich kenne und für das ich kostenfrei permanent neue Inhalte bekomme. Das ist dann schon recht attraktiv...
 

Selegram der Treue

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Baldur's Gate 1 (nur 1, BG2 habe ich nur einmal bis zuende gespielt) spiele ich alle Jahre mal wieder. Es verkörpert für mich das perfekte RPG. Die relativ offene Welt überzeugt mich, sie ist glaubwürdig, eben weil sie nicht an jeder Ecke mit Ereignissen, Charakteren und Loot vollgestopft ist (hier liegt der Gegensatz zu BG2), sondern weite Landstriche und einsame Wälder ohne jede Gameplayrelevanz, aber mit ganz viel Atmsphäre darstellt, diese in einer überzeugenden Kontinuität zu einer grossen Region zusammenfügt und eben deswegen wie eine "echte" Welt wirkt. Ich liebe es, in diese Weite einzutauchen und geniesse den Kontrast zu den lebhaften Dörfern und dem wimmelnden Mahlstrom der grossen Stadt am Chionthar. Darin hat das Spiel eine Atmosphäre, die ich sonst nur noch von Ultima VII kenne. Selbst nach Jahren entdecke ich immer mal wieder etwas, sei es ein kleiner Schatz in einem Astloch oder eine Höhle, die ich bisher noch nicht kannte, obwohl ich jedesmal meinte, alles abgegrast zu haben. Allein für dieses Gefühl des Abenteuerns, des Herumziehens und -vagabundierens, komme ich immer wieder zurück zu diesem Spiel. Es ist dieses Gefühl, das mich dann jeweils so reinzieht, dass ich wirklich in einen "flow" komme. Kaum ein anderes Spiel vermag das so (ausser, wie gesagt, UVII). Ich glaube daher, dass für mich das Worldbuilding und damit die Glaubwürdigkeit der Spielwelt besonders wichtig ist, damit dieses "fliessende" Gefühl entsteht.
 
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Alissa

Freundliches Monster
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Zunächst finde ich das mal ein sehr interessantes Thema für eine Seminararbeit :up: Ich war nie so der große BG 1 Spieler, sondern habe tatsächlich zuerst BG 2 Schatten von Amn durchgespielt, bevor ich auf dieses Forum stieß und dann die große Installation gemacht habe, um BG 1 und 2 zu verknüpfen und hintereinander zu spielen. Gerade die Mods haben da für mich bei BG 1 noch viel herausgeholt (v. a. in Erinnerung ist mir da der Mitkämpfer Breagar geblieben).

Zurzeit komme ich eher wenig zum Spielen und habe auch noch einiges in Steam liegen, was angespielt und/oder fertiggespielt werden will. Es ist auch bestimmt 10 Jahre her seit ich BG 1 (bzw. 2) gespielt habe. Allerdings war es neben Diablo 2 das erste Spiel, das ich überhaupt gespielt habe. Da hängen schon auch sehr viel nostaligische Gefühle dran und gerade was Charakterdesign angeht, finde ich diese sehr gut gelungen. Das ist nicht in allen RPGs so. Ich erinnere mich auch, dass die Zeit wie im Flug verging, weil man "nur noch diesen Quest" machen wollte.

Allerdings muss ich Tim zustimmen, dass ich jetzt wahrscheinlich eher auf neuere Spiele zurückgreifen würde, weil die Zeit eben weniger geworden ist.
 

Morywen

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Bei mir sind es die Mods, die mich alle Jahre wieder eine große Installation aufsetzen lassen. Mit Mods spiele ich BG1 sogar lieber als BG2, weil man eine offenere Welt hat, wo es auch Karten gibt, die keine zwingende Quest beinhalten. Häufig spiele ich auch mit meiner Schwester zusammen, wenn sie zu Besuch ist. Multiplayer ist zwar möglich, fühlt sich in BG aber nicht richtig an. Bei mir ist es so, dass ich die alten Spiele auch gerne mal herausholen, weil es nicht so viel Komfort gibt, das Gameplay aber noch übersichtlich genug, dies regeln zu können.
Aber gerade die kleine, aber aktive Moddingszene macht den Reiz aus. Da gibt es eben immer wieder neue Geschichten zu entdecken, Leute kennenzulernen. Nostalgie spielt sicher auch eine Rolle, aber eher eine untergeordnete. Dafür bin ich vielleicht dann auch zu alt. Meine ersten Spiele waren mehr Eye of the Beholder, Clouds of Xeen. Bei denen ist Grafik und Musik tatsächlich schrecklich und verderben den Spaß. Da habe ich mir aus Nostalgie digitale Versionen zugelegt, aber spielen würde ich sie nicht mehr.
 
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