Nerevar Indoril
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Ich möchte dieses übertrieben klingende Superlativ bestätigen: Für mich war es immer das höchste Lob, wenn sich ein Spiel überhaupt mit BG1/2 _vergleichen_ ließ, aber nach 200 oder 300 Stunden wurde mir langsam klar: Das ist wohl das beste, was ich jemals gespielt habe.Machen wir es kurz. Dieses Spiel ist das Erste, welches die BG-Serie übertrifft. Und das beste seiner Art überhaupt. Ein absolutes Monster.
Gerade am Anfang ist es knüppelhart, und spätestens beim Endgegner des Troll-Kapitels _muss_ man sich mit den Spielregeln gut vertraut machen. Umso großartiger ist es, zu wissen, nicht nur dem Würfelglück ausgeliefert zu sein, sondern mit Geschick eine aussichtslose Situation vielleicht noch herumdrehen zu können.
Der Umfang des Spiels ist gewaltig. Die Übersetzung ins Deutsche ist sehr gut, und die Synchronsprecher finde ich absolut großartig. Es sind nicht alle Dialoge vertont, aber ich übertreibe nicht, wen ich sage, dass ich innerhalb von über 300 Stunden Spielzeit nur 2, vielleicht 3 Dialoge der Partymitglieder untereinander mehrfach hatte.
Das Szenario muss man vielleicht mögen. Es beginnt im absoluten Hinterland und bleibt (Feen ausgenommen) relativ bodenständig (also keine Teufel und Dämonen an jeder 2. Ecke). Man muss viel Mikromanagement betreiben (Wer nimmt die erste Wache, wer die 2., wer kocht, was wird gekocht, …), aber gerade das hat mich wirklich in die Welt hineingezogen.
Dass man parallel im Spiel irgendwann beginnt, eine eigene Siedlung zu verwalten die später zur Baronie und letztendlich zur eigenen Nation aufsteigt schien nicht allen Spielern gefallen zu haben. Besonders, da das Spiel oft nicht erkennen lässt, was die richtige Entscheidung sein könnte (es gibt so viele Events). Gerade das fand ich gut, denn das ist eigentlich die Story- Man stolpert da unverhofft rein und niemand weiß, wie es „richtig“ geht.
Die Grafik ist wirklich schön gemacht, der Soundtrack ist absolut grandios, und der später hinzu gefügte Rundentaktik-Modus (statt Echtzeit) hat das Spiel praktisch perfekt gemacht.
Der Quasi-Nachfolger „Wrath of the Righteous“ hat eigentlich in jeder Hinsicht noch einen draufgesetzt, ich habe es allerdings nach ca 30 Stunden abgebrochen. Ich fand das Kriegs- und Vernichtungs-Szenario zu depressiv und brutal. Kingmaker hat mit seinen düsteren Sümpfen, bildschönen Wäldern und Flusslandschaften bis zu hohen Bergen und wieder hinunter zu weitläufigen Grassteppen und Städten natürlich auch auch düstere Dungeons und Abstecher außerhalb der materiellen Ebene zu bieten. Hauptsächlich orientiert es sich an zentraleuropäischer Natur.
Ich bleibe dabei- Das beste, was ich je gespielt habe!