Buchkritiken - Das Topic für Leseratten, Teil 2

Dieses Thema im Forum "Die Taverne" wurde erstellt von Doc Sternau, 4. September 2003.

  1. Chinasky

    Chinasky Dirty old man

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    @Tolotos: Mein T.C.Boyle-Favorit ist "Americà". World's End, das skull erwähnte, fand ich auch gut, kann mich aber ehrlich gesagt heute nicht mehr an den Plot erinnern. Nur dass darin eine studentische Tolkien-Verbindung vorkam. Glaube ich... Ist wirklich sehr lang her, dass ich die Bücher las, gefühlt wohl über 20 Jahre.

    Noch ein paar letzte Sätze zu Nathan Hills "Geister": Uneingeschränkte Empfehlung. Hab's vor ein paar Minuten zuende gehört und dass ich heute nachts nicht vor fünf Uhr in der Frühe in's Bett kam, hing damit zusammen, dass ich einfach nicht unterbrechen mochte. Vermutlich wird dieses Buch kein epochemachender Klassiker werden, denn dazu ist es zu rund und routiniert geschrieben, handwerklich zu ausgebildet. Man "kennt" diese Art des Schreibens, des sehr klugen, das Ganze jederzeit im Blick behaltenden Schreibens, wie es wohl nur us-amerikanische Autoren aufgrund des literarischen Bildungssystems, das dort drüben sich ausgebildet hat, beherrschen. So zumindest meine Hypothese: All die "creative writing"-Kurse, die seit Jahrzehnten für die intellektuelle Szene derart selbstverständlich sind, scheinen mir momentan ähnlich Früchte zu tragen wie die vor ein, zwei Jahrzehnten intensivierte Nachwuchsförderung im deutschen Fußball Früchte trägt: Talente gibt's überall auf der Welt, aber wenn diese Talente dann auch noch eine förderliche Infrastruktur vorfinden, dann können sie auch produktiv werden. Diese Hypothese hege ich seit Längerem angesichts all der qualitätvollen TV-Serien der letzten 10 - 15 Jahre, bei denen ich vor allem die Drehbuchschreiber bewundere, aber auch die Effizienz des kapitalistischen Konkurrenz-Modells, die sich selbst im kulturellen Bereich bemerkbar macht: Gute Skripts setzen sich durch, die Konkurrenz "belebt das Geschäft" und sorgt für eine immer weiter steigende Qualität. Vermutlich bedarf es für diese Entwicklung des großen englischsprachigen Marktes, der eben auch im oberen Qualitätssegment eine genügend große Kundenmenge bietet, um für diese zu produzieren. Die großen Serien werden routiniert abgedreht, aber halt auf einem herrlich hohen Niveau: Routine bedeutet hier nicht "Langeweile", sondern handwerkliche Klasse.

    Und Gleiches gilt für die Literatur. Dieses Buch ist ein Erstlingswerk - und es ist dennoch so rund, dass man meint, hier einem Veteranen der Erzählkunst zu lauschen. Wie am Ende all die unterschiedlichen Motiv-Fäden ineinanderfinden, wie "zufällige" Beobachtungen und Details Kapitel später eine echte Bedeutung bekommen, wie vor allem Privates und Politisches sich miteinander vermengen - all das würde ich keinem deutschen Roman-Debütanten zutrauen. Es ist frappierend, wie tagespolitisch aktuell das Buch ist - das Phänomen Trump beispielsweise, zur Entstehungszeit wohl noch nicht konkret absehbar, wird dennoch erhellt, dass man manchmal denkt: hey, das kann die Kunst, die Literatur also doch: prophetisch sein, den Zustand der Welt so präzise analysieren, dass sie wie Wahrsagerei wirkt. Nein, Trump wird nicht vorhergesagt in dem Buch, aber es werden trump-artige Menschen darin skizziert und insbesondere deutlich gemacht, woher die Wut der "Trumpisten" stammen könnte. Beispiel sei hier wieder der weiter oben angesprochene Dialog zwischen der Studentin und ihrem Dozenten. Diese Studentin ist gewissermaßen das Abbild des Teufels, wie er sich für die rechts-konservativen Trumpisten darstellt: eine narzisstische junge Frau, die nichts leisten, aber dafür umso mehr abstauben will, die kalt-egoistisch die politicall-correctness-Karten in ihrem Interesse ausspielt und der andere Menschen scheißegal sind. Und die nicht mal ansatzweise in Gefahr gerät, auch nur in Sichtweite irgenwelcher Gewissensbisse zu geraten. Smart ist sie und natürlich auch sexy und gleichzeitig hohl und ignorant und abstoßend.

    Und Nathan Hill ist weise - oder, besser: gnadenlos - genug, solche Figuren nicht im Laufe der Erzählung ihrer Bestrafung zuzuführen. Das ist das Grandiose an diesem Buch: die Guten werden nicht belohnt, die Bösen nicht bestraft. Alle machen immer so weiter wie bisher - der einzige Unterschied zwischen den Guten und den Bösen (sagen wir vielleicht besser: den Sympathischen und den Unsympathischen) besteht darin, dass sich die Netten, Guten und Sympathischen noch zusätzlich ihr Leben schwer machen.
    Die Arschlöcher sind aber unbehelligt Arschlöcher, sie knicken nicht irgendwann reumütig in sich ein, sie werden auch nicht entlarvt, sondern sie schwimmen weiter im Strom, der sie trägt. Sie machen Karriere oder drohen zukünftig erfolgreich zu werden...

    Das ist famos, das liebe ich, wenn nicht mein gerechter Zorn auf einzelne Figuren dadurch befriedigt wird, dass sie durch den Erzähler gewissermaßen bestraft werden, indem ihnen "das Schicksal" eins reinwürgt. Dieses kühle Desinteresse des Schicksals daran, ob es wohl in der Welt gerecht zuginge - es macht den "Realismus" des Buches aus, auch wenn dieser Realismus es nicht einmal wagt, die Marken "facebook" oder "World of Warcraft" beim Namen zu nennen, wo sie doch gleichzeitig so eine wichtige Rolle spielen.

    Ich würde dem Roman die volle Punktzahl 10/10 geben, wenn da nicht doch diese eine kleine Schwäche wäre, die in einer Art spießiger Ängstlichkeit besteht, etwas falsch zu machen, zuviel zu wollen, sich zu weit auf's Eis zu trauen. Der Punkt kommt sogar mal zur Sprache, wie es ja überhaupt in Romanen, deren Helden Schriftsteller sind, fast unvermeidbar ist, dass darüber räsonniert wird, wann Literatur gut sei und wann nicht. Da kommt dann - ich weiß nicht mal mehr, aus dem Munde welcher Figur - die Binsenweisheit, dass ein guter Schriftsteller von dem schreibe, was er kennt.

    Diese Binsenweisheit in Kombination mit dem Wissen darüber, wie jung und am Anfang seiner Karriere stehend der Autor ist, lenkt meine Gedanken immer wieder darauf hin, dass es nun wirklich nicht sehr originell ist, ausgerechnet einen Literaturprofessor und dessen biografische Problemata in's Zentrum einer Geschichte zu stellen. Da wagt sich der Debütant noch nicht weit genug aus seiner heimelig-heimischen Komfort-Zone heraus. Alles, was die Stärke des Romans ausmacht, trägt auch bei, die Grenzen zu ziehen. Nathan Hill erzählt von der sozialen Schicht, aus der er kommt, aus der ich stamme und in der sich vermutlich auch viele von Euch BG-Forum-Usern befinden: ein liberales Bildungsbürgertum. Weil er "unser" Leben so gut kennt, kann er es so scharfsinnig analysieren und weil er es so gut kennt, gerät er auch nirgendwo in die Gefahr, Unsinn zu reden/schreiben. Weil er seine Grenzen nicht nur kennt, sondern auch respektiert.
    Daraus resultiert, dass diesem Buch alle möglichen positiven Attribute zugeschrieben werden könne, eines aber nicht: mutig.

    Damit meine ich nicht irgendeine Art von programmatischem Mut. Dass dieser Roman keinerlei "Thesen" vertritt, keine Agenda verfolgt, keinen erzieherischen Zeigefinger erhebt - das sind in meinen Augen Pluspunkte. Nichts langweilt mehr als ein Schriftsteller, der mir erzählt, wie die Wahrheit aussieht, wie ein gelungenes Leben zu führen sei o.ä.. Es gibt z.B. eine Figur in diesem Buch - welche es ist, will ich nicht spoilern - die ganz deutlich als Mephisto konzipiert ist: eine durch und durch ironisch-zynisch-sarkastische Figur. Von allen Figuren mit Abstand die klügste, gebildeteste, pointensicherste. Eine Figur, die durchaus persönlich in die Geschichte involviert ist, ja die, wie sich spät herausstellt, sogar eine ganz maßgebliche Rolle darin spielt. Die aber derart amoralisch ist, dass man als Leser nicht mal sonderlich daran interessiert ist, wodurch sie so wurde. Irgendwann nennt sie mal für ein Verhalten, das man instinktiv als verwerflich beurteilen muß, eine durchaus nachvollziehbare Motivation. Aber die interessiert einen als Leser nicht, so wenig, wie man sich in Goethes Faust für das persönliche Interesse des Mephisto interessiert. Deus ex machina eben - eine Figur, die gebraucht wird, um die Story in die richtige Spur zu bringen. Wenn ich jetzt gerade so drüber nachdenke, erscheint es mir immer kurioser: ausgerechnet die eigentlich interessanteste Figur des Romans interessiert einen als Leser am wenigsten und dies wohl vor allem aufgrund ihrer extremen Smartness... Hhmm...

    Ihr merkt, ich bin noch nicht ganz fertig mit meiner Analyse dieses Romans. :)

    Aber für eine Leseempfehlung reicht's auf jeden Fall. Ach ja, um ein bißchen zu teasern: der Erzählrahmen erstreckt sich von der Annektion Norwegens durch die Deutsche Wehrmacht bis zu "Occupy Wallstreet". Und, wenn man noch die Perspektive der Mephisto-Figur hinzunimmt: von den Höhlenmalereien in Lasceaux bis zu einer raketenförmigen Chips-Snack-Sorte.
    Kurz: es geht um nicht weniger als die Menschheit ganz allgemein und den Menschen im besonderen.
     
  2. Tolotos

    Tolotos Haluter

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    @Rhonwen: Das hab ich vor einem Jahr oder so auch gelesen. Ich fand den Anfang (so bis zu den ersten Problemen) sehr überzeugend [liebe aber auch Jurassic Parc], vieles danach (etwas bis
    zum menschlichen Widersacher so gegen Mitte oder zweiDrittelMarke
    ) überzeugend, aber manchmal etwas übertrieben und vieles was sich gegen Ende ereignet hat dann
    extrem, extrem überzogen bzw. gigantomanisch abgedreht.
    Wie findest du es nach der Lektüre (falls du mittlerweile fertig bist)?

    @Hank: Danke für die beiden Tipps, den hier im Thread, von "Geister" habe ich jetzt eine Leseprobe (mal sehen, wann ich die angehe) und den im anderen Thread - "Die Wahrheit vor Gericht" habe ich schon seit ein paar Monaten als Leseprobe, muss es jetzt aber endlich mal anfangen...


    Colleen McCullough - The First Man in Rome

    In diesem historischen Roman geht es vor allem um das Leben von Gaius Marius, nebenbei wird aber auch schon sehr viel von Sulla, von der Familie des Gaius Julius Caesar (Vorfahr, vermutlich Großvater von dem Caesar den man kennt) und einigen anderen erzählt. Dabei geht es um die Jahre um 100 v.Chr., verbunden mit den Marianischen Reformen. Glücklicherweise wusste ich sehr wenig über diese Zeit, außer einige Bruchstücke aus der Erinnerung von Figuren aus der Cicero-Trilogie von Robert Harris (die etwa 40-50 Jahre später spielt). Andererseits wird mit so deutlichem Fore-Shadowing gearbeitet, dass das wohl gar nicht so wichtig ist. Die Autorin geht vermutlich aus, dass jeder weiß, was passieren wird, denn durch die Andeutungen kann man es sich oft zusammenreimen, bzw. manchmal (Prophezeiungen) wird es sogar explizit gesagt. Jene Prophezeiungen haben mich zuerst etwas gestört, sind aber anscheinend historisch verbürgt und damit entschuldigt.
    Ansonsten ist der Plot interessant, aber recht konventionell. Die Zeit, die dieser Roman beschreibt gibt meinem Gefühl nach deutlich weniger her als die Zeit Ciceros. Der Roman folgt keiner klassischen Dramaturgie, und da er möglichst vollständig von seiner Zeit erzählen will, gibt es sehr vielen Neben- und Nebennebenschauplätze.
    Der Schreibstil wechselt zwischen "unbeteiligt", wenn Dinge beschrieben werden, mit denen die Hauptfiguren wenig zu tun haben, berichtend, wenn der Text einen Brief enthält (die aber immer sehr interessant sind, weil sie wichtige Entwicklungen beinhalten) und näher dran, wenn aus Sicht der Hauptfiguren (vor allem Marius und Sulla, aber auch andere) geschrieben wird. Leider war gerade letzteres für mich nicht immer überzeugend: die emotionalen Stellen waren manchmal etwas übertrieben, z.B.
    Sullas Verliebtheit/Liebe zu Julilla [vor der Hochzeit]; die bequemen "Love at first sights" (Aurelia/Gaius Julius; Julia/Gaius Marius),
    außerdem sehen die Leute ihrem Gegenüber zu oft an, wie sie ihn einschätzen "müssen" und haben damit recht [a la {auch wenn das kein wörtliches oder sinngemäßes Zitat ist} "ihm war direkt bewusst, dass er einem absolut ehrlichen Mensch gegenübersaß"] und schließlich war für mich von den Charakteren nur Sulla wirklich greifbar. Auch Gaius Marius kommt nicht weit über die Charakterisierung "er ist kompetent, hält nichts von Tradition und wäre gern nach seinen eigenen Regeln dorthin zu kommen der First Man in Rome" hinaus.
    Sehr positiv erwähnen muss man die Recherche (soweit ich das als Laie beurteilen kann). In einem riesigen Glossar werden nicht nur viele Besonderheiten erklärt, sondern es wird auch erklärt, wann die Autorin warum von Sachen schrieb, die historisch nicht verbürgt sind [das ist meist, um Lücken so plausibel wie es ihr einfällt zu schließen, nicht um umzudichten].
    Ich fand den Roman insgesamt gut, hatte mir aber deutlich mehr erwartet. Eine gute 3/5.
     
  3. Rhonwen

    Rhonwen Forumsköchin

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    @ Tolotos
    Matthew Reilly und Realismus sind zwei Dinge, die in einem Buch nicht unbedingt gemeinsam vorkommen :D Aber da ich gerne Fantasy lese, störte mich das nicht. Es war toll zu lesen, momentan merke ich bei einem anderen englischen Buch, dass Reillys Sprache deutlich einfacher zu verstehen war.
    Was mich störte, war, dass es zwei Gruppen yellowtails gab, aber nur eine friedfertig wirkte. Warum kam die zweite Gruppe so wenig vor, wenn doch yellowtails mit den redbellied blacks im Clinch lagen? Die blacks hätten also demgemäß beiden Yellowtailgruppen angreifen müssen.
    Und wenn die Tiere sich schon selbst verstümmeln, um den Geräuschen zu entgehen, warum machen sie dann nicht bei anderen Organen weiter, um das andere Implantat loszuwerden? Dann hätte sich die ganze Geschichte geändert.
     
  4. Tolotos

    Tolotos Haluter

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    Saliya Kahawatte - Mein Blind-Date mit dem Leben
    In der Autobiographie, auf der der gleichnamige Film basiert, beschreibt Saliya Kahawatte, wie er trotz einer starken Sehbehinderung (am Ende nur noch 5 % Sehvermögen, nicht von Anfang an, wie im Film dargestellt) Karriere in der Gastronomie-/Hotelbranche macht. Und das ohne jemand zu sagen, wie wenig er sieht (außer ausgewählten Freunden).
    Die Teile, in denen Saliya über seine Behinderung, seinen Umgang damit, seinen Umgang mit alltäglichen Problemen und seine prinzipielle Einstellung zu Inklusion u.ä. schreibt, ist das Buch sehr interessant. Leider ist es bei weitem nicht so gut in den Teilen, in denen er allgemein über sein Leben und seine Einstellungen schreibt (die vermutlich schon überwiegen). Vielleicht auch, weil ich mich mit kaum einer seiner Einstellungen identifizieren kann. Bestimmt aber auch, weil dort einfach zu wenig (für mich) interessantes erzählt wird.
    Kann man mal lesen, aber zu viel sollte man sich nicht erhoffen. 3/5

    Übrigens merkt man bei der Leküre auch, dass der FIlm eine sehr, sehr freie Adaption ist. Das ist okay, weil er prinzipielle Dinge gut einfängt. Trotzdem würde ich mir an der Stelle wünschen, dass man Werbung a la "Beruhend auf..." oder "Frei nach..." macht und nicht mit "Nach dem Buch ... ".
     
  5. Tolotos

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    Ein Buch, das mich schon seit einiger Zeit beschäftigt:

    Elizabeth Greenwood - Playing Dead: a Journey Through the World of Death Fraud
    Leider ist die Beschreibung in diesem Fall kein Kompliment - das Buch beschäftigt mich schlicht so lang, weil ich so lange gebraucht habe, um es fertig zu lesen und was anderes immer interessanter war. Wie am Titel zu erkennen, geht es darum, seinen eigenen Tod vorzutäuschen und inwiefern das heutzutage möglich ist. Dazu gibt es ein Kapitel um jemand, der Leuten hilft zu verschwinden, eines um einen Ermittler einer Versicherung, eines um einen, der seinen Tod vortäuschte und bis er sich stellte damit Erfolg hatte, eines über die Angehörigen und eines darüber, dass die Autorin selbst auf den Philippinen eine (schlecht) gefälschte Todesurkunde von sich selbst organisiert. Außerdem gibt es noch ein eher unpassendes Kapitel über Leute, die glauben, dass Michael Jackson noch lebt.
    Das Thema hat mich sehr interessiert, daher habe ich das Buch auch gekauft. Und wenn die Autorin beim Berichten von Fakten über das Thema bleibt, fand ich das Buch auch interessant. Leider schweift sie viel zu oft ab, sei es um ihre eigene Situation zu schildern (wegen Studentendarlehen ist sie verzweifelt und kam auf die Idee zum Buch, weil sie selbst (vermutlich größtenteils unernst) mit dem Gedanken gespielt hat, ihren Tod vorzutäuschen) oder sei um viel zu viele uninteressante Details zu liefern (wo hat sie sich mit den Leuten getroffen und was haben sie gegessen oder getrunken, während sie interviewt wurden). Beides ist uninteressant für mich, ersteres weil ihr eigener Fall viel zu banal ist und zweiteres weil mich solche Sachen jetzt wirklich nicht interessieren.
    Da gleichzeitig gar nicht so viel Inhalt im Buch steckt, vermute ich, dass sie einfach nicht genug Stoff hatte und so das Buch auch aufblähen wollte. Ich glaube mit einem viel kürzeren Buch zu diesem Thema oder sogar mit einem Zeitungsartikel hätte ich viel mehr anfangen können.
    Ich vergebe 2/5 für das Thema und die paar interessanten Fetzen, die ich darüber mitgenommen habe.
     
  6. Tolotos

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    Isaac Asimov - Caves of Steel
    Caves of Steel ist ein klassisches Who-Done-It-Buch im Science-Fiction-Gewand. Als solches ist es gut, aber nichts besonderes. Die Aufklärung des Mordes macht Sinn und ist fair (d.h. man hätte selbst darauf kommen können), leidet aber darunter, dass
    kaum Verdächtige und zu wenig echte Ermittlungsarbeit vorkommen. Vor allem Ersteres ist, wenn man miträtseln will, ein echtes Problem.

    Wirklich glänzen kann der Roman in seiner Vorstellung einer Gesellschaft, die nach bestimmten Prämissen lebt - allgemein ist er soziologisch (auch in der Reaktion auf Roboter) sehr interessant. Zudem liest er sich schnell und spannend. Außerdem mochte ich die Sicht des Hauptcharakters, gerade weil ich ihn teilweise nicht verstand, er aber konsequent so gezeichnet war.

    Abzüge gibt es für die Nebencharaktere (niemand bleibt in Erinnerung, die, die die größte Rolle spielen sind ein Roboter ohne Persönlichkeit und die sehr einfach gezeichnet (und daher der vorurteilsbehafteten Zeit in der das Buch geschrieben wurde, entsprechende) Frau des Hauptcharakters), den Spoiler oben sowie die Tatsache, dass die ethische Frage nach der Behandlung von Robotern auf dem Entwicklungsstand, den sie im Buch hatten, nicht allzu überzeugend war. Als Beobachtung und Kommentar zu Fremdenfeindlichkeit macht das Ganze allerdings schon viel mehr Sinn.

    Da ich Who-Done-Its mag, die Auflösung gut fand, und die Welt des Romans mag, war ich insgesamt durchaus überzeugt von diesem Buch - 4/5.
     
  7. Tolotos

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    Simone Dalber - Papiergeflüster
    Anekdoten aus dem Alltag einer Buchhändlerin. Die Autorin kommt sympathisch rüber und es ist auch gut zu lesen. Leider leidet es unter genau dem, was man bei der Beschreibung als erstes befürchtet - der Alltag einer Buchhändlerin gibt einfach zu wenig Erzählenswertes her. So beschäftigt sich das interessanteste (weil lustige) Kapitel mit der Bestellung von "Plüsch-Krankheiten" wie z.B. Syphillis und den damit einhergehenden Missverständnissen. Ansonsten geht es um Inventur, Wasserschäden und Kunden, die ohne Namen bestellen wollen. Alles ganz nett, aber nichts davon wirklich spannend. Schade. 2/5
     
  8. Tolotos

    Tolotos Haluter

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    Colleen McCullough - The Grass Crown
    Nachdem ich den zweiten Teil der Serie Masters of Rome gelesen habe, muss ich zunächst mal meine Inhaltsangabe zum ersten Teil etwas zurechtrücken - in diesen beiden Teilen zusammen geht es um das Leben von Gaius Marius. Im vorliegenden zweiten Teil aber noch mehr um Sulla. Dabei geht es um die Zeit ab 98 v. Chr., also recht nah an den Geschehnissen des ersten Teils. In die Zeit, die der Roman abdeckt fallen also (man kann den Spoiler beruhigt lesen, falls man sich mit der Zeit auskennt)
    der Bundesgenossenkrieg mit Italien, der Beginn des Krieges mit Mithridates sowie der Bürgerkrieg (oder nur ein Teil davon?) zwischen Marius-treuen und Sulla-treuen.
    Die Geschehnisse des Romans haben mir durchaus ein Stück besser gefallen, als beim ersten der Reihe, vermutlich hauptsächlich weil die Zeit etwas mehr hergab.
    Leider sind dafür die Mängel in der Umsetzung für mich deutlicher geworden. Einerseits nochmal zurück zur Frage von penelope: Schnulzig ist der Roman immer noch nicht, dazu spielt Liebe eine zu kleine Rolle. Kitischig ist der Roman aber sehr wohl. So gibt es etwa oft Stellen an denen Leute so böse schauen, dass ihr Gegenüber direkt sieht, was für ein abgrundtief ungeheures Monster ihm gegenübersteht. Oder der junge Caesar wird sehr, sehr übertrieben dargestellt (mit zwei war er schon allen anderen überlegen - und das natürlich in allen Belangen). Auch wird gerade die Entwicklung von Gaius Marius mehr behauptet als greifbar. Und schließlich gab es noch einen Schwachpunkt, den gelegentlich auch schon der erste Teil hatte, der mir dort aber nicht so auffiel - wenn mal nicht aus Sicht von einem der Haupt- oder Nebencharaktere geschildert wird, so ist der Stil doch sehr berichtend und damit nicht unbedingt spannend.
    Schließlich noch ein inhaltliches Problem, das ich hatte, aber das liegt vermutlich an den realen Geschehnissen: Religion spielt eine viel zu mächtige Rolle (zu groß wäre falsch, so oft kommt sie nicht vor). Dass man Religion benutzt, um seine Machtinteressen durchzusetzen schön und gut. Dass das aber zu einer Deus Ex Machina wird, und man seine Gegner so sehr leicht ausspielen kann, ist, wenn man politische Tricksereien, Intrigen und WInkelzüge erwartet etwas enttäuschend.
    Das hört sich recht negativ an, aber ich hatte dennoch Spaß bei der Lektüre, vor allem wegen des faszinierenden Inhalts. Wenn man sich für die Zeit interessiert, wird man sicher gut unterhalten. Muss aber mit den oben beschriebenen Abstrichen leben. 3/5
     
  9. Sir Kameldar

    Sir Kameldar Palantíri-Sammler

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    Hi Leute, habt ihr vielleicht ein paar Empfehlungen Richtung Krimi/Thriller?

    Habe in letzter Zeit Jo Nesbo's "Der Sohn" und Jussi Adler Olsen's "Marco Effekt" gelesen und fand beide ziemlich gut, den Sohn im speziellen sehr, sehr gut! (wirklich ausgesprochene Weiterempfehlung, wenn man das Genre mag!)
    Aktuell lese ich Headhunter von Nesbo, finde das allerdings schon wieder deutlich schwächer.
     
  10. Tolotos

    Tolotos Haluter

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    Hallo,

    Empfehlungen für Thriller hab ich leider keine, das letzte was ich in die Richtung gelesen habe, habe ich jeweils als durchschnittlich/kann man lesen, aber eben nicht besonders empfehlenswert empfunden:
    "Shadow Man" von Cody Mc Fadyen,
    "Ich.Darf.Nicht.Schlafen" von Steve Watson,
    "Solitude Creek" von Jeffrey Deaver,
    "The Girl on the Train" von Paula Hawkins.
    Dabei fand ich das letztgenannte Buch am besten, allerdings vor allem, weil ich es interessant fand, aus welcher Sicht das Buch geschrieben war, und wie es diese Sicht umgesetzt hat. Die eigentliche Thrillerkomponente war dort leider eher schwach, also ist es vermutlich nicht was du suchst.
    Als besten Thriller davon würde ich "Solitude Creek" nennen, aber es ist sehr "Deaver"-typisch, d.h. absolut unglaubwürdig und voller überraschender, aber eben auch absurder, weil unglaubwürdiger Wendungen. Damit muss man klarkommen, um das Buch zu mögen.
    Wenn es auch Thriller sein dürfen, die nicht in die Krimi-Richtung gehen, kann ich nur wärmstens "Tage der Toten" und "Das Kartell" von Don Winslow empfehlen. Geht um den "War on Drugs" in Mexiko.
    Der gleiche Autor hat glaube ich auch "klassischere" Krimis/Thriller geschrieben, aber davon habe ich leider noch nichts gelesen.

    Als Krimis empfehle ich immer als erstes Agatha Christie, und von ihr speziell
    "And then There Were None" (ist sogar ein halber Thriller),
    "Hercule Poirot's Christmas",
    "Death on the Nile",
    "The Murder of Roger Ackroyd".
    Gerne mehr Empfehlungen von ihr, falls gewünscht. Ansonsten habe ich früher auch die "Felidae"-Krimis von Akif Pirinicci sehr gerne gelesen, da war ich allerdings ein Teenager, d.h. ich weiß nicht, ob ich das heute noch so sehen würde. Die Hauptdarsteller sind Katzen und sie sind gleichzeitig sehr brutal, beides kann sowohl einzeln als auch in Kombination manche Leser abschrecken...

    Was ich zuletzt gelesen habe:

    Klaus Volk - Die Wahrheit vor Gericht

    Ein Buch, in dem es vor allem um eine Beschreibung des deutschen Rechtssystems geht. Dabei findet sich auch einiges an Rechtstheorie (warum sollten Dinge so und so sein), einiges an Kritik, ein bißchen was über das amerikanische Rechtssystem zur Abgrenzung, ein bißchen was zur Rechtsgeschichte zur Einordnung und ein bißchen was zur (Rechts-)Philosophie, hauptsächlich, wenn es um die titelgebende Frage (die eigentlich immer präsent ist) geht, was denn die Wahrheit sein soll, bzw. vor allem, was denn die Wahrheit vor Gericht sein soll.
    Das Buch ist sehr interssant und auch gut geschrieben, mich hat allerdings die Schwerpunktsetzung etwas enttäuscht, das es für mich zu viel darum ging, wie das deutsche Rechtssystem jetzt aufgebaut ist (immer am roten Faden der Wahrheit und wie sie durch manche Teile beschnitten wird (größtenteils zurecht, aber auch wirklich immer?)) und zu wenig, bzw. zu indirekt darum, warum Dinge wie sein sollten. Trotzdem empfehlenswert und für Leute mit anderen Prioritäten als ich, erst recht.
     
  11. Tolotos

    Tolotos Haluter

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    Karl Edward Wagner - Dark Crusade
    Das zweite Buch um Kane hat bis auf das erneute Auftauche eben jenes Kane nichts mit "Bloodstone" zu tun. Stattdessen geht es hier um einen religiös motivierten Eroberungskreuzzug und den damit verbundenen Krieg.

    Einer der größten Vorzüge ist dabei wieder die Dichtheit. Es passiert einfach sehr viel interessantes. Auch der erneut sehr gute Schreibstil und die Komrimosslosigkeit konnten mich überzeugen. Erneut ist außerdem Kane ein als sehr interessanter (obwohl oder vielleicht auch weil er teilweise mysteriös bleibt) Charakter beschrieben. Immer wieder wird am Rande eingebaut,
    welche Probleme man als Unsterblicher so hat,
    was spannend zu lesen ist.

    Leider sind die anderen Charaktere diesmal nicht ganz so gut gelungen wie in "Bloodstone". Außerdem hat ich das Ende nicht überzeugt. Daher diesmal nur 3/5 für einen trotzdem sehr unterhaltsamen Roman.

    William Poundstone - Are You Smart Enough to Work at Google?
    Wie der Titlel schon verrrät, geht es um den Bewerbungsprozess bei den ganz großen IT-Firmen und ähnlichen Arbeitgebern am Aufhänger von Google. Es gibt zehn Kapitel, in denen ein bißchen was über Bewerbungsgespräche, deren Ablauf, deren Sinn und sinnvolles Verhalten in solchen geschrieben wird. Und dann gibt es am Ende der Kapitel jeweils einige gerade zum aktuellen Thema passende Fragen. Das sind dann größtenteils Logikrätsel (allerdings größtenteils nicht völlig abstrakte), aber auch mal (Fermi-)Schätzfragen.
    Etwa die Hälfte des Buches nehmen die sehr ausführlich geschriebenen Lösungen dieser Fragen ein. Und dieser Teil ist dann auch die große Stärke des Buches: Die Rätsel/Fragen sind größtenteils sehr interessant, größtenteils fordernd und gut gelöst. Manchmal waren mir die Lösungen fast schon etwas zu ausführlich.
    Die Kapitel sind zwar auch immer nett zu lesen und interessant, aber lassen auch ein wenig einen roten Faden oder Relevanz vermissen. Es kommt oft eher rüber wie Anekdoten über solche Bewerbunsgespräche und an deren Aufhänger dann ein Kapitel zum entsprechenden Thema.
    Trotzdem habe ich mich durch die vielen interessanten Fragen/Rätsel sehr unterhalten gefühlt. 4/5
     
  12. Tolotos

    Tolotos Haluter

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    Sophie Seeberg - Der Maik-Tylor verträgt kein Bio
    Im neuesten Buch der Familiengutachterin Sophie Seeberg (die also Gutachten ablegt, wenn es um Sorgerechtsfragen geht oder darum, ob Kinder in Pflege- oder Adoptivfamilien müssen) hat diese wie übliche einige besonders interessante Fälle aufgeschrieben.
    Während ich die ersten beiden Bücher liebte, merkt man dieser Ausgabe an, dass sie ihr allerbestes Pulver schon verschossen hat und nicht mehr ganz so viele extrem interessante Fälle hat. So gibt es davon noch zwei oder drei und einige weitere, die auch alle gut und unterhaltsam sind, aber eben nicht mehr ganz so spannend wie in den Vorgängern. Zusätzlich zwei Appell-Kapitel, in denen es weniger um Anekdoten und mehr eben um Appelle (an die Leser) geht, die mir nicht ganz so gut gefallen haben. Außerdem ist mir diesmal der Standardkritikpunkt, die Autorin würde sich zu oft arg süffisant über ihre "Kunden" äußern, erstmals auch negativ aufgefallen. Nicht so sehr, wenn sie sich beiläufig ein wenig lustig macht, denn durch das Anonymisierende finde ich das ok, und es wird wirklich sehr, sehr oft darauf geachtet, beide Seiten zu betrachten und nicht zu extrem zu polarisieren (trotz einem Schreibstil, der sicher genauso auf Lacher wie auf seriöse Berichterstattung aus ist). Nur leider war es diemal auch hin und wieder so, dass rein körperliche Merkmale für meinen Geschmack einmal zu oft auf die Schippe genommen wurden.
    Das ist jetzt viel Kritik, allerdings ausgehend von einer hohen Erwartungshaltung. Das Buch ist immer noch gut und sehr unterhaltsam - 3/5 und die klare Empfehlung, sich die Vorgänger anzuschauen, wenn man das noch nicht gemacht hat. Die schwanken bei mir zwischen 4/5 und 5/5.

    Stieg Larsson - The Girl with the Dragon Tattoo

    Ein altes Versäumnis, das ich endlich mal nachhole. Im ersten Teil von Stieg Larssons Millenium-Trilogie gibt es zwei Plotstränge - der im Vordergrund stehende dreht sich um ein Ereignis aus der Vergangenheit der Vanger-Familie, der andere im wesentlichen um einen kriminellen Industriellen und journalistische Aufklärung über dessen Machenschaften. Es gibt auch zwei sehr detailliert und realistisch gezeichnete Hauptpersonen, mit denen man gerne mitfiebert. Und das ganze ist einfach unfassbar spannend geschrieben und ge"paced" (mir fällt kein gutes deutsches Wort dafür ein). Um das zu verdeutlichen: Ich habe sowohl den schwedischen als auch den FIlm von Fincher gesehen (wenn auch vor längerer Zeit) und wusste daher recht schnell ungefähr, was passiert, aber trotzdem war ich so mitgerissen, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und die 650 Seiten an zwei Tagen runtergelesen habe. Wahnsinn. Gleichzeitig gibt es auch nicht allzu viele Klischees oder "billige Wendungen", wenngleich die Geschichte
    am Ende etwas ihre Erdung verliert. Vorher blieb sie deutlich auf dem Boden, mit der Enthüllung des Serienkillers aus der Vergangenheit hebt das Ganze etwas ab. Aber im Genre-Rahmen immer noch vertretbar.
    Ich bin jetzt voll in der Geschichte drin, will wissen wie es weitergeht (mit den Hauptpersonen; es scheint alles abgeschlossen zu sein bis vielleicht auf Vorgeschichte), und werde so schnell es geht, den nächsten Band lesen. So schnell es geht heißt hier aber, dass ich noch schnell 'Best Served Cold' von Abercrombie auslese, dass ich schon vor 'The Girl with the Dragon Tattoo' angefangen hatte, dann aber, da ich so begeistert war erstmal aufs Abstellgleis geschoben habe. Eine ganze Trilogie lang will ich dann aber doch nicht mit dem Ende warten.
    Fazit für TGwtDT: Leichte Abstriche für manche Entwicklungen am Ende (siehe den Spoiler. Wobei mir unklar ist, ob ich diese besser aufgenommen hätte, wenn ich noch unbefleckt durch die Filme gewesen wäre [weil dann ja noch der Überraschungseffekt im Spiel ist]). Trotzdem sehr starke 4/5
     
  13. Tolotos

    Tolotos Haluter

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    Joe Abercrombie - Best Served Cold
    Auch wenn ich nicht ganz so begeistert von der 'First Law'-Trilogie war, wie manch anderer, habe ich sie doch gerne genug gelesen und vor allem die Charaktere gut genug gefunden, dass ich mich auf das nächste Buch im selben Universum gefreut habe. Obwohl ich eigentlich reine Racheplots nicht mag. Leider wurde ich nicht nur was den Plot betrifft bestätigt (es gibt zwar gegen Ende ein paar ungewöhnliche Entwicklungen für eine derartige Geschichte, aber dennoch war ich vom Plot nicht begeistert, vor allem wegen seiner episodenhaften Natur), sondern auch was die Charaktere angeht enttäuscht: Shivers hat ein paar interessante Züge, aber die sind sehr, sehr ähnlich zu den Dingen, die Logan in First Law interessant machen - ist also mehr eine Wiederholung [und auch für Erstleser deutlich weniger gelungen als eben jener Logan]. Cosca, den manche scheinbar lieben blieb für mich Comic Relief. Friendly war einer dieser Charaktere, die im wesentlichen nur aus einer seltsamen Eigenschaft (passender: "quirk") bestehen - hier das Fixiertsein auf Zahlen und sonst keine nennenswerte Eigenschaft haben. Monza war halbwegs interessant, vor allem in Verbindung mit den Rückblicken, aber auch keine Revolution. Einzig Morveer konnte sich ein bißchen positiv abheben, war aber halt nur ein Nebencharakter.
    Nochmal zum Inhalt - der Beginn ist stark und zieht einen schnell ins Geschehen. Das Ende ist ok, und die Verbindung zum "umfassenderen Geschehen" auch durchaus gelungen. Die Rückblenden zu Beginn der einzelnen Teile haben mir gut gefallen, da sie Stück für Stück mehr von der Vorgeschichte erzählten und damit ein klareres Bild gaben. Leider zieht sich die Handlung zwischendrin aber durchaus. Ich nehme an, das lag vor allem an der epsiodenhaften Struktur - wenn alle 100 Seiten ein neuer Teil mit neuen Spannungsbogen anfängt (die natürlich alle verbunden sind, durch die Rachegeschichte und auch den Krieg, der Styria durchzieht, aber der Fokus liegt vor allem in der Mitte eben auf den Episoden), dann ermüdet das irgendwann. Rein sprachlich hat mich die Angewohnheit verschiedene Charaktere in verschiedenen Situationen das gleiche sagen zu lassen irgendwann sehr gestört. Das kann man mal machen, wobei es dann auch weniger gezwungen wirken sollte als hier - aber wenn es laufend passiert, verschärft sich das Problem noch und es wirkt einfach nur noch künstlich.
    Mein Fazit: Man kann das lesen als Popcornliteratur mit nicht allzu interessanten Charakteren, sollte sich aber nicht zu viel erwarten. 3/5 (am unteren Ende dieser Wertung)

    Stieg Larsson - The Girl that Played with Fire
    Der zweite Teil der Millenium-Trilogie hat einen etwas zähen Einstieg - einige Zeit lang passiert nicht allzu viel. Ich habe trotzdem gerne weitergelesen, einfach weil mich die Charaktere aus Teil 1 noch interessierten und ich wissen wollte, wie es mit ihnen weitergeht, aber eine für sich interessante Handlung lässt eben auf sich warten. Das ändert sich nach etwa 200 Seiten mit
    den Morden an Svensson und seiner Freundin
    schlagartig. Die Spannungsschraube steigt, und ich bin wieder absolut drin am Mitfiebern, kann das Buch kaum aus der Hand legen. Ich weiß gar nicht genau, was das Buch (und auch schon sein Vorgänger) dort so richtig macht. Ich nehme an es liegt vorrangig am geschickten Spiel damit, was der Leser weiß, was die Charaktere wissen (was sich je nach Person, aus deren Sicht erzählt wird in beide Richtungen deutlich unterscheidet) und wie damit Spannung aufgebaut wird - einerseits eben dadurch, dass man wissen will, was passiert ist und andererseits dadurch dass man gespannt abwartet, ob bestimmte Charaktere die richtigen Schlüsse ziehen (die man selbst kennt) oder nicht, warum sie das machen und was sie sich sonst denken (was immer nachvollziehbar bleibt).
    Leider hat mich die Auflösung des Hauptmysteriums eher enttäuscht. Zusammen mit
    dem sehr übertrieben wirkendem Ende {erschossen, vergraben und dann noch ein solches Comeback?!} und dem auch etwa Comichefthaftem Antagonisten Niedermann
    führt das zu einem leicht schlechteren Eindruck als der, den ich vom ersten Teil hatte, obwohl die Spannung zwischendrin mindestens genauso hoch ist. Außerdem merkt man hier definitiv, dass man kein abgeschlossenes Buch liest, denn das Ende ist mehr als offen und auch ein Ereignis ganz zu Beginn hängt erst mal in der Luft. Diesmal nur 3/5 (aber am oberen Ende dieser Wertung)
    Was ich etwas seltsam fand (aber kaum in die Wertung eingeht, da es mir nicht wichtig genug ist), war der Umgang mit dem großen Satz von Fermat. Abgesehen davon, dass hin und wieder Formulierungen auftauchen, die eher nicht für große Mathematikkentnisse sprechen (kann aber natürlich auch an der Übersetzung liegen), weiß ich absolut nicht, was ich mit dem Schluß dieses Handulngsstrangs anfangen soll - Alles war nur ein Witz, den Salander dann am Ende versteht und eher für Philosophen, als für Mathematiker gedacht? In dieser Formulierung ist das sehr kryptisch und ich habe nicht ansatzweise eine Vorstellung auf was das hinauswill. Allerdings - wenn es als Metahumor gedacht war (immerhin war Fermats entsprechende Bemerkung auch sehr kryptisch, und niemand wusste, auf was er hinaus wollte), dann ist es lustig. Man hätte es aber vielleicht kennzeichnen sollen.
    Wenn hingegen wirklich gedacht war, dass sie eine ernsthafte Lösung des Problems, d.h. einen Beweis gefunden hat... Dann sollten wir wohl nicht weiter drüber reden, wie absurd übertrieben ihre Fähigkeiten dargestellt werden...
     
  14. Tolotos

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    Noch zwei Anmerkungen zu den beiden letzten Büchern:
    In beiden Büchern waren die bzw. einige der Protagonisten etwas zu fähig in allem. Warum muss man Salander zu allen intelektuellen Fähigkeiten auch noch erlauben, körperlich absolut jedem überlegen zu sein? Und "Best Served Cold" konnte ich zum Thema "gottgleich kämpfende Protagonisten" auch selten wirklich ernst nehmen...
    Außerdem scheint Stieg Larsson oder sein Übersetzer (oder zuallermindest seine Charaktere - dann ist ein unkritisches Aufschreiben dieser Haltung aber auch nicht sinnvoll) nicht zu wissen, was ein Pädophiler ist. Mehrfach werden alte Männer, die eine fünfzehnjährige nackt sehen wollen so bezeichnet, einmal sogar einer, der eine Siebzehnjährige sexuell belästigt. Hier scheint wohl die alte Gleichheit "Sexualstraftäter mit jungen Opfern = Pädophiler", die in beiden Richtungen falsch und bedenklich ist, zu gelten.

    Jetzt aber zum letzten Teil der Millenium-Trilogie

    Stieg Larsson - The Girl that Kicked the Hornets' Nest
    Zunächst mal - es gibt keinen dritten Teil. Es gibt einen ersten Teil, der die Hauptcharaktere einführt und einen zweiten Teil mit 1000 Seiten, der rein drucktechnisch (oder aus Zeitgründen) in zwei Bücher aufgeteilt wurde. Nicht nur hatte der zweite Band kein Ende und es geht nahtlos weiter - auch haben erster und zweiter Band einen Prolog, der dritte nicht usw. Das heißt, das ganze wirkt nicht nur wie ein großes Buch, es war vermutlich auch so geplant.
    Wie hat mir aber Band 2.b gefallen? Nochmal etwas schlechter als Teil 2.a. Zwar hat mir sowohl die Auflösung
    einige Irre innerhalb der Säpo, die außer Kontrolle sind statt einer immer noch groß angelegten Verschwörung
    als auch der Gerichtsprozeß am Ende (wenn auch nicht dessen Auflösung, die war etwas zu simpel)gut gefallen. Zwar war die Botschaft (gegen Sexismus und sexistische Verbrechen) gefühlt noch weniger subtil als vorher schon (weil jetzt auch wirklich jeder Nebenstrang damit zu tun hat), was manchmal etwas extrem und dadurch unrealistisch wirkt (nur in der Häufung, nicht in den einzelnen Sachen), aber wirklich schlimm fand ich das nicht. Was mich hingegen gestört hat, war die fehlende Spannung - da man von Anfang an die Antagonisten kannte (die ersten Kapitel beschäftigen sich viel mit deren Planung) und da man über weite Teile des Buches wusste, dass die Protagonisten diesen voraus sind, kann man einfach nicht genauso mitfiebern. Es passt zur Auflösung -
    ein paar verrückte alte Säcke und deren fanatische Anhänger sind halt nicht so mächtig wie sie denken
    aber es macht eben diese wichtige Eigenschaft eines guten Thrillers kaputt...
    Damit habe ich mich immer noch gut unterhalten gefühlt, aber ich war eben nicht mehr wirklich mitgerissen. Schade. 3/5.

    Noch etwas zur ganzen Trilogie: Ein häufiger Kritikpunkt ist, dass Larsson nicht gut schreibt bzw. ein guter Editor fehlt, u.a. weil er extrem viele extrem unwichtige Alltagserlebnisse vergleichsweise viel Platz einnehmen. Dazu kann ich nur sagen: Ja, solche Passagen gibt es (in allen drei Büchern) recht oft. Gestört haben sie mich zum Glück nicht, warum weiß ich nicht genau (aufgefallen sind sie mir ja schon, denn von der Kritik gelesen habe ich erst jetzt, habe mich aber auch vom ersten und zweiten Buch noch daran erinnert). Ich kann aber durchaus verstehen, wenn das andere stört, denn objektiv ist es teilweise wirklich unnötig.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. März 2017
  15. Tolotos

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    James A. Corey - Leviathan Wakes
    Der erste Roman der Expanse-Reihe (mittlerweile auch als Serie verfilmt) ist zweigeteilt in eine "Space Opera" und einen Noir-Krimi. Am besten gefallen hat mir dabei das Setting: Das Buch spielt in der (mittel)nahen Zukunft, d.h. es gibt Raumschiffe, die kurz unter Lichtgeschwindigkeit schaffen, dementsprechend hat die Menschheit unser Sonnensystem einigermaßen erschlossen, mehr aber eben nicht - also nichts mit riesigen Sternenreichen, sondern deutlich näher an unserer Realität und gerade dadurch interessant. In unserem Sonnensystem gibt es dann noch interessante politische und gesellschaftliche Zusammenhänge und Konflikte. Da erwarte ich mir vom Rest der Reihe auch noch ein bißchen was, denn irgendwo habe ich gelesen, dass der zweite Teil näher an einem Politikthriller ist. Auch gefallen, aber mit Abstrichen hat mir der Plot - es fängt an mit verschiedenen undurchsichtigen Ereignissen, auf deren Spur man zusammen mit den jeweiligen POV- und Hauptcharakteren Miller (Krimi) und Holden (Space Opera) ist. Dabei gibt es auch den ein oder anderen Semi-Twist - nichts wirklich überraschendes, aber manches ist nicht ganz so, wie man zunächst gedacht hat. Wahnsinnig innovativ oder weltbewegend sind die einzelnen Versatzstücke des Plots nicht, aber zumindest die Kombination ist originell.
    Weniger gefallen haben mir leider die Charaktere - Miller hat mir eine Zeit lang noch sehr gut gefallen - er ist
    ein typischer zynischer, von der Welt müder Noir-Detektiv, der aber zusätzlich eher abgehalftert ist und seit seiner Scheidung zu viel Alkohol trinkt, um noch viel auf die Reihe zu kriegen. Interessant daran ist vor allem, dass ihm letzteres lange nicht bewußt ist, und man aus Leser ja auch nur seine Sicht kennt.
    Leider fand ich später nicht mehr so glaubwürdig,
    wie extrem er an der Person Julie hing. Dass er sich dermaßen in seinen Fall verbissen hat, macht mit seinen abnehmenden Perspektiven im sonstigen Leben Sinn, aber dass er auch die Person Julie derart mag, dass er sich regelrecht in sie verliebt fühlt und sie ihm laufend erscheint, hat mich nicht sehr überzeugt. Vielleicht ist das aber auch nur mein mangelndes Vorstellungsvermögen, was so eine Verbissenheit in eine Aufgabe auslösen kann.
    Holden wiederum ist ein sehr moralischer Mensch, der zudem überzeugt ist, dass es moralisch richtig ist, wenn jeder alle (oder viele) Informationen hat, und der auch strikt nach dieser Prämisse handelt. Leider wird diese Eigenschaft für mein Gefühl auch etwas übertrieben dargestellt,
    spätestens beim dritten Mal konnte ich nicht verstehen, dass er schon wieder seine Informationen direkt 'veröffentlichen' wollte, ohne über die Konsequenzen nachzudenken [ob es die richtige Entscheidung war, will ich gar nicht beurteilen, aber dass er schon wieder so unüberlegt handeln wollte, hat mich gestört]
    Es gab noch ein, zwei relevante Nebencharaktere, aber hauptsächlich geht es um diese beiden.
    Ansonsten war das Buch durchaus spannend und die Action-Sequenzen (am Boden oder im Raum) waren gut beschrieben. Kann man als kurzweilige Lektüre durchaus weiterempfehlen, aber begeistert war ich wegen der oben erwähnten Schwächen eher nicht. Trotzdem freue ich mich auf den nächsten Teil, vor allem eben, da ich das Setting mag. 3/5.
     
  16. Tolotos

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    Kristin Ganzwohl - Geliebter Mörder
    In diesem Buch schreibt eine Journalistin über ihren Umgang damit, dass ihr Freund ihr erzählt, dass er fünfzehn Jahre vorher einen Mord begangen hat. Schlimmer noch, er hat seine damalige Freundin umgebracht. Etwas überraschend fand ich, dass die Antwort, wie man auf so ein Geständnis von fast jedem (der Autorin und den meisten Freunden mit denen sie darüber redet) gleich ausfällt - man sollte auf jeden Fall versuchen, die Beziehung weiterzuführen. Interessant an dem Buch ist natürlich vor allem von der Reaktion (durch tatsächliche Taten oder nur wie sie sich danach fühlt und was sie denkt) der Autorin zu lesen. Weniger prickelnd ist, dass ein Teil des Buches auch von "0815"-Problemen eingenommen wird, und man daher das Gefühl hat, dass es weniger zu erzählen gibt, als in das Buch passt. Auch störend fand ich, dass die Kapitel nicht gut aufeinander abgestimmt sind. Oft hat man den Eindruck, sie wären unabhängig voneinander geschrieben worden und später hätte niemand richtig drübergelesen... Oder das ist Absicht und man soll sie auch nicht-chronologisch lesen können? Mich hat es jedenfalls gestört. Und der Inhalt war wie gesagt nur teilweise interessant, teilweise langweilig und teilweise hat er sich wiederholt... 2/5

    James A. Corey - Caliban's War
    Der zweite Teil der Expanse-Reihe hat mir ein gutes Stück besser gefallen als der erste. Das liegt wahrscheinlich teils an den neuen Charakteren - Neben Holden, mit ich immer noch nicht ganz warm werde, gibt es jetzt POV von einer Soldatin vom Mars, einem Botaniker von Ganymede und einer hochrangigen Politikerin von der Erde. Die mittleren haben mir gut, Avasarala (die Politikerin) sehr gut gefallen. Andererseits liegt es wahrscheinlich auch an der Schwerpunktsetzung, denn die politische Komponente (die vorher eher im Hintergrund vorkam) wird durch die neuen Charaktere auch deutlich stärker beleuchet - ich lese sehr gerne über politisches Intrigieren und das rückte hier mehr in den Mittelpunkt - zwar nicht allzu komplex von der Anzahl der Akteure her, aber immerhin interessant in der Ausführung. Immer noch gemocht habe ich das Setting und das man oft den Eindruck hat, dass dabei auch alltägliche Kleinigkeiten bedacht werden. Weniger gut gefallen hat mir diesmal der Plot, vor allem weil er ziemlich nah am ersten Buch war:
    Es ging hauptsächlich wieder darum, eine Organisation von der Erde, die mit dem Protomolekül experimentiert zu entlarven.[
    Auch etwas gestört hat mich die Kleinigkeit, dass
    als die Rocinante von den UN-Schiffen verfolgt wird, die wiederum von Marsianern verfolgt werden, nicht früher jemand auf die Idee kommt, diese gegeneinander auszuspielen. Gerade Avasarala hätte da doch als erstes drüber nachdenken müssen. Das wirkte auf mich sehr künstlich die offensichtliche Lösung spät präsentiert, um die Spannung zu steigern...
    Ich habe mich insgesamt gut unterhalten gefühlt. 4/5
     
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    Darell Huff - How to Lie with Statistics
    In diesem Buch aus den 50ern geht es darum, einige typische Arten, mit Statistiken Informationen zu verfälschen, darzustellen, und zu erklären, warum die entsprechenden Methoden unseriös sind. Dabei merkt man dem Buch seine Entstehenszeit vor allem natürlich in den Beispielen an. Der eigentliche Inhalt bleibt auch heute aktuell, und ist auch gut dargestellt, beschäftigt sich aber vor allem mit den absoluten Grundlagen (nicht-representative Stichprobe, Regression to the Mean, grafische Tricks zur Aufbereitung, Median vs. arithmethisches Mittel, Korrelation vs. Kausalität). Wenn man sich also halbwegs mit dem Thema auskennt, wird man nur Bekanntes wiederholen, wenn nicht ist es sicher nützlich, dass alles mal zu lernen. Geht bestimmt auch mit neueren Büchern zum gleichen Thema auf gleichem Level, aber geht auch hiermit gut. 3/5

    Victoria Schwartz - Wie meine Internet-Liebe zum Albtraum wurde: Das Phänomen Realfakes
    Die Autorin beschäftigt sich damit, wie sie auf einen sogenannten Realfake (von ihr erfundener Begriff) reinfiel - damit beschreibt sie Fake-Identitäten im Internet, die im Gegensatz zu Scammern und vergleichbaren Betrügern nicht auf direkte finanzielle Vorteile aus sind, sondern ohne materielle Bereicherungsabsicht über ihre Identität lügen. Dabei beschreibt sie in zwei Dritteln des Buches ihren eigenen Fall und beschäftigt sich am Ende noch allgemein mit dem Thema. Ihre spezielle Fallgeschichte fand ich dabei sehr interessant zu lesen. "Liest sich wie ein Krimi" vom Klappentext ist etwas übertrieben, aber spannend zu lesen war es schon. Vor allem, weil man die "Masche" nicht direkt durchschaut, da das Ganze einerseits sehr komplex aufgebaut ist, und andererseits eben kein direktes Motiv erkennbar ist (welches aber natürlich auch am Ende im Dunkeln bleibt, da es nicht genau bzw. mit Sicherheit zu ermitteln war). Der zweite Teil ist leider deutlich weniger gut, weil ich dort gefühlt nichts neues las. Die Sachen, die ich nicht schon vor Lektüre des Buchs wusste, hätte ich auch aus dem ersten Teil rauslesen bzw. zumindest vermuten können. Einzig ein, zwei statistische Angaben (immerhin gut 200 andere Opfer haben sich bei der Autorin gemeldet) sowie drei andere Fälle ganz am Ende fand ich dort noch interessant. Insgesamt lande ich bei 3/5, wäre der zweite Teil besser gewesen, wäre ich vielleicht sogar noch etwas höher gegangen.
     
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    T. C. Boyle - The Inner Circle
    The Inner Circle ist ein fiktiver biographischer Roman über einen (demnach erfundenen) Mitarbeiter von Kinsey (von der Kinsey-Studie), John Milk. Dieser erzählt von seinem Leben als Sex-Forscher, vom Wirken von Kinsey als Wissenschaftler und Chef und von seiner Ehe und dem Einfluß seiner Arbeit darauf. Wie immer bei Boyle ist das Buch sehr gut geschrieben, mir war der Inhalt aber letztlich zu belanglos, vor allem weil ich mit den Personen nicht genug anfangen konnte - Es geht deutlich eher um die Beziehung der einzelnen Personen zueinander und um die Auswirkungen der Forschungsarbeit darauf als um die Forschung selbst. Das hätte mich sicher mehr interessiert, wenn mich die Personen mehr interessiert hätten... So bleibe ich bei 3/5.


    James A. Corey - Abbadon's Gate

    Im dritten Teil der Expanse-Reihe geht es um das mysteriöse Tor, dass sich mittlerweile am Rande des Sonnensystems gebildet hat und wie die Menschheit bzw. die verschiedenen Fraktionen darauf reagieren. Dabei ist wie immer Holden ein POV-Charakter, die anderen sind Bull, ein Miliär vom OPA, Anna, eine Predigerin von der Erde und Melba [man erfährt das, was im Spoiler steht sehr schnell, ich glaube im ersten entsprechenden Kapitel, aber vielleicht will ja jemand gar nichts über die Person vor dem Lesen wissen]
    , die in Wirklichkeit die zunächst durch ihren Drang nach Rache an Holden getriebene Tochter von Mao (Schwester von Julie Mao aus Teil 1) ist.
    Von den neuen Personen hat mir Melba nicht so gut gefallen, da ich
    ihre Motivationsumschwünge zu extrem fand, und mit dem Thema Vergebung bei so extremen Fällen nicht so viel anfangen konnte.
    Die anderen beiden fand ich interessant, auch wenn es manchmal ein bißchen zu viel (aber trotzdem nicht sehr viel) über den "spirituellen Effekt" der außerirdischen Technologie ging, was ich weniger interessant fand. Spannender waren die verschienden ethischen Fragestellungen, die aufgeworfen, aber (zurecht) nicht eindeutig beantwortet wurden.
    Ansonsten gab es wie immer starke Actionszenen und das Ende hat mir gut gefallen. Nachteil für mich ist, dass der Fokus weg von der Politik aus Band 2 hin zum einem eher lokaleren Rahmen der Haupthandlung ging.
    Bleibt unterhaltsam, ich werde die Reihe weiterlesen, vor allem da es möglicherweise gerade jetzt interessant wird. 3/5

    Andreas Föhr - Eisenberg

    Ein klassischer Krimi um eine ermordete Studentin mit einer Rechtsanwältin in der Hauptrolle. Spannend war das Buch durchaus, der Schreibstil hat mir leider nicht so gefallen, wirkte etwas einfach. Dafür mochte ich, dass Platz für Gerichtsverhandlungen war und die auch einigermaßen realitätsnah wirkten (soweit man das als Laie beurteilen kann). Weniger realitätsnah wirkten leider die Methoden, die die Anwältin benutzt, etwa
    das Ipad des Staatsanwalts "ausleihen", oder einen lokalen Unterweltboss zur Mitarbeit nötigen. Ersteres kommt sogar raus, aber wird mehr oder weniger mit einem "Na na na, so aber nicht" bedacht...
    sowie das doch sehr überzogene Ende. Auch hier gebe ich eine 3/5, aber definitiv am unteren Ende und eher dafür, dass ich mich immer noch unterhalten gefühlt habe.

    Agatha Christie - The ABC Murders
    Ich habe das irgendwann als Kind schon einmal gelesen, habe mich aber kaum daran erinnert. "The ABC Murders" ist Christies Ausflug zu einem Serienmörder. Natürlich
    kommt sie dabei nicht ohne einen Twist aus. Dieser ist leider nur ok. Es ist sehr vorhersehbar, dass der vermeintliche Verdächtige nicht der Täter sein kann (sonst wäre es kein echter Christie). Wer es genau ist, ist zwar nicht offensichtlich, aber es ist eben auch nicht überraschend. Alle anderen waren für mich schlicht gleich verdächtig und so war meine Reaktion eher "Ach, der war es also".
    Negativ fand ich außerdem, dass durch die verschiedenen Morde, mit nicht zusammenhängendem Umfeld keine richtige Ermittlungsstimmung aufkam - man kann schlecht Beziehungen der vielen Involvierten interessant aufdröseln, wenn man das
    viermal
    machen müsste... Also definitiv einer der schlechteren Poirots. 3/5

    Außerdem habe ich in letzter Zeit auch ein bißchen was gehört:

    Marc-Uwe Kling - Das Känguruh-Manifest
    Als Hörbuch tatsächlich deutlich lustiger denn als gedruckte Version. Einerseits wirken manche Sachen einfach besser auf die Art, wie sie ausgesprochen werden (z.B. Razupaltuff, vieles von Herta), andererseits bauen sich im Laufe des Buches auch einige "Insider" auf, also Sachen, die vor allem dadurch lustig werden, dass sie wieder aufgegriffen werden - und das eben nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich. Daher kamen diese bei mir in der Hörbuchversion deutlich besser an. Trotzdem würde ich es noch nicht als brillanten Humor bezeichnen, aber ich habe mich diesmal durchaus sehr gut amüsiert gefühlt. 3/5

    Juli Zeh - Unterleuten
    Unterleuten ist ein Roman, in dem es im Wesentlichen um die Beziehungen einiger Menschen in einem kleinen brandenburgischen Dorf geht. Einige sind auswärtig, andere schon ewig ansässig. Manche sind nah am Klischee in ihrer Anlage, aber alle sind ausgearbeitet genug, dass sie dennoch interessant sind. Im Dorf soll ein Windpark gebaut werden, und es bilden sich Fraktionen dafür und dagegen. Das einzig interessante ist aber nicht die Handlung an sich, sondern eben die Beziehungsgeflechte; die Spielchen, die die Leute bewußt oder unbewußt miteinader spielen (ob in einer Beziehung, als Nachbarn, als alte Bekannte, als Leute, die sich gerade kennengelernt haben), die (fast immer? --> s.u.) psychologisch durchdachten Reaktionen der ausführlich beschriebenen Personen und für mich vor allem das Spiel mit der Wahrheit, dass automatisch entsteht, wenn man eine solche Geschichte aus mehreren Blickwinkeln erzählt - kann ich das jetzt genau so glauben, wie es erzählt wird - Nein, das ist ja sicher gefärbt. Aber wie war es wirklich?
    Faszinierend ist auch, wie es die Autorin schafft, einem auch die Charaktere in ihren Kapiteln manchmal sympathisch, mindestens aber nachvollziehbar zu machen, die man vorher eindeutig als furchtbare Menschen identifiziert hat. Gut möglich, dass man bei kurzem objektivem Nachdenken wieder zum Schluß "furchtbarer Mensch" kommt, aber das ändert eben nicht das Gefühl beim Lesen des anderen Blickwinkels. Leichten Abzug höchstens dafür, dass ich
    Gerhard seine extreme Reaktion auf Schaller am Ende nicht abgenommen habe. Vielleicht hatte ich vorher auch ein falsches Bild von ihm im Kopf, aber diese extreme Gewalt ohne wirklichen Grund (Revier verteidigen, Frau und Kind verteidigen war mir zu wenig) passten für mich nicht.
    Die oben angesprochene Tatsache, dass einige der Charaktere sehr stereotyp in der Anlage (nicht aber im Detail!) sind, führt außerdem dazu, dass einiges an Kritik an gewissen "Typen von Menschen" vorkommt, außerdem kommt auch Kritik an unserer Gesellschaft allgemein vor - sowohl durch die Worte einiger Charaktere (aber sollte man die unterschreiben?) als auch durch ihre Handlungen (weil sie wiederum selbst kritikwürdiges mache).
    Insgesamt ein sehr gutes Buch. 4/5
     
  19. Tolotos

    Tolotos Haluter

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    James A. Corey - Cibola Burn
    Im vierten Buch der Expanse-Reihe geht es um die Besiedlung eines neu entdeckten Planeten. Man erlebt dort den Konflikt zwischen schon anwesenden "illegalen Besetzern" (schwierig, wer diesen Status für eine komplett neue Welte festlegt bei drei verschiedenen Mächten im Sonnensystem) und einem eintreffenden "rechtlich abgesicherten" Team von Wissenschaftlern begleitet von einer Sicherheitsfirm. Holden fungiert dabei als Mediator zwischen den beiden Gruppen und man erlebt die Geschehnisse aus Sicht eines Besetzers, einer Wissenschaftlerin, einem Angestellten der Sicherheitsfirma und eben von Holden.Der erste Teil des Buches, in dem es vor allem um diesen Konflikt ging, hat mir sehr gut gefallen. Grade die Tatsache, dass damit gespielt wird, dass man die Seiten eben nicht in gut/böse einteilen kann, hat mir dort gut gefallen. Etwas unterlaufenwird das leider davon, dass man die Leute bzw. zumindest einige davon eben schon so einteilen kann.Etwas schlechter hat mir der zweite Teil (es gibt keine feste Unterbrechung, das war nur mein Eindruck) gefallen,in dem
    die Gefahren des Planeten sowie die Überreste der Alienrasse
    mehr in den Vordergrund rückten. Ich fand daran vor allem enttäuschend, dass
    manim Endeffekt nicht wirklich viel neues weiß, sondern größtenteils mit kryptischen Andeutungen abgespeist wird.
    Trotzdem war auch dieser Teil spannend und daher immer noch unterhaltsam. 3/5

    Anna K. - Total bedient
    Eines der Bücher die ich immer mal wieder lese, in denen jemand aus einem bestimmten Job erzählt, was ihm in diesem Job alles passiert ist. Diesmal aus Sicht eines Zimmermädchens. Allerdings geht es weniger um Anekdoten davon, was ihr so alles passiert ist (diese kommen zwar auch vor, aber deutlich weniger davon, als man denkt und auch etwas weniger lustig), sondern mehr darum zu zeigen, was in ihrer Branche alles schiefläuft anhand ihres eigenen Erfahrungsberichts. Das kann man mal lesen, aber es ist auch nicht furchbar interessant. Geht so. 3/5 (am unteren Ende)

    Hermann Koch - Angerichtet
    In Angerichtet geht es um ein Essen in einem Luxus-Restaurant, zu dem sich zwei Brüderund deren jeweilige Frauen treffen, um sich über ein ernsthaftes Thema zu unterhalten. Erzählt wird aus der Sicht des einen Bruders. Der Clou des Buchs soll wohl darin liegen, dass man erst im Laufe des Buches erfährt,
    dass der Ich-Erzähler ein aggresives, assoziales Arschloch ist.
    Leider hat das bei mir nicht groß gezündet,
    dennauch vorher schon fand ich ihn nicht wirklich sympathisch - Er brachte immer mal wieder seltsame Meinungen/Gedanken vor. Klar, das Ausmaß seiner Einstellung hätte ich so nicht erwartet, aber ich fand es auch nicht sonderlich interessant. Fragen wie "Wie weit würde man für sein Kind gehen?", die ja durchaus interessant sein können, werden jeder Schärfe beraubt, wenn man die im Buch vorgestellte Antwort zu bequem verurteilen kann, weil sie offensichtlich absurd ist.
    Gestört hat mich auch,
    dassdas Ganze dann auf eine Krankheit geschoben wurde. Einerseits hat sich die beschrieben (aber wohlweislich nie benannte) Krankheit für mich nicht realistisch angehört, andererseits ist es auch wieder bequem als Erklärung...
    Daneben fand ich das Buch auch einfach nicht spannend. Hat mich nicht überzeugt. 2/5

    James Dickey - Deliverance
    Ein Buch über Großstadtmänner, die an einem Wochenende die Wildnis erleben wollen. Das Buch kommt etwas schwerfällig in die Gänge, und benutzt zu Beginn ForeShadowing das nicht funktioniert
    sinngemäß "Ich habe mich gefragt, was passiert wäre, wenn wir den beiden die Hand gegeben hätten" - Antwort nach Lesen des Buchs: Offensichlich (abgesehen vielleicht vom Butterfly-Effect) alles genauso, da es absolut keinen Zusammnenhang zum weiteren Geschehen gab.
    Spätestens in denActionszenen ist das Buch aber sehr gut, da spannend geschrieben und mitreißend. Die Sprache ist auch gefällig. Die Protagonisten bleiben leider größtenteils Klischees und wie
    derjenige als zu unmännlich eingestuft/behandelt wird, der vergewaltigt wurde, ohne dass diese Einstellung kritisch reflektiert wird, ist etwas störend.
    Etwas seltsam fand ich auch
    den Deputy Sheriff am Ende, der direkt auf die absurde Idee kommt, dass es einen Zusammenhang zum Verschwinden seines Schwagers gibt - dass man die Geschichte der Protagonisten nicht glaubt, ist das eine, direkt einen Zusammenhang zu vermuten fand ich etwas weit hergeholt.
    Gut fand ich dafür
    dass offen gelassen wurde, wer der zweite getötete Hinterwäldler jetzt war. Rückt die Tat in ein etwas interessanteres/bedenklicheres Licht, ohne dass ich sofort verurteilen würde.
    Gute Unterhaltung, aber viel mehr auch nicht. 3/5

    Daniel Glattauer - Die Wunderübung

    Fast eher eine Kurzgeschichte (etwa 100 Seiten), in denen recht amüsant die Paartherapiesitzung eines Paar in den Vierzigern beschrieben wird, die sich auseinandergelebt haben. Leider ist die Pointe sehr vorhersehbar. Außerdem
    ist fraglich, ob das beschriebene Vorgehen den beiden auf Dauer hilft. Wobei ja vielleicht noch weitere Sitzungen folgen...
    Wie anscheinend fast immer in letzter Zeit für mich durchschnittliche 3/5
     
  20. Tolotos

    Tolotos Haluter

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    Vikas Swarup - The Accidental Apprentice
    In diesem Roman vom Autor der "Slumdog Millionaire"-Vorlage geht es um eine junge Frau, die überraschend die Möglichkeit erhält, CEO eines millardenschweren Unternehmens zu werden, wenn sie vorher einige nicht näher spezifizierte Tests, die in ihr Alltagsleben eingwoben sein werden, besteht. Das Ganze ist spannend geschrieben, und meistens versteht man ungefähr, warum Sapna (die junge Frau) so handelt, wie handelt. Außerdem wird man vom Ende bzw. zumindest einem Teil davon garantiert überrascht sein.
    Da hören die positiven Sachen leider schon auf... Die Geschehnisse sind teilweise absolut absurd (over-the-top) und daher nicht sehr glaubwürdig, warum jetzt gerade die entsprechende Eigenschaft durch den Test geprüft wird, wirkt beliebig und der ohnehin schon abgehobene Plot wird vom Ende nochmal getoppt. Zu absurd, um wirklich ernstgenommen zu werden. 2/5


    Alexander Stevens & Stephen Lucas - Garantiert nicht strafbar

    Das Konzept des Buches hörte sich für mich interessant an: Zwei Anwälte stellen abwechselnd Methoden vor, wie man sich nicht strafbar macht, obwohl die meisten damit rechnen würden, dass es strafbar ist. Vor allem, da mir "Sex vor Gericht" von Alexander Stevens sehr gut gefallen hat.
    Erster Negativpunkt ist allerdings der sehr bemühte Humor, der darin besteht, dass der jeweils eine Anwalt den anderen in seinem Kapitel lächerlich macht. Das ist aber wie gesagt sehr bemüht und nur gelegentlich mal lustig.
    Bleibt noch der Inhalt - der bot für mich leider auch nur wenig neues. Einzig die Kapitel zur Fahrerflucht , zum Schwarzfahren, zum Ausnutzen eines überladenen Gerichtsstandes und zur Prostitution waren neu und interessant für mich. Der Rest war entweder bekannt (Urkundenfälschung, Schweigerecht, Beleidigungen, Gefängnisausbruch, Exhibitionismus für Frauen, Drogenkonsum, Missbrauch von Titeln, Urheberecht, Vollrausch, Handy am Steuer), nicht wirklich zum Thema passend (Faulenzen auf der Arbeit - was hat das mit Strafbarkeit zu tun?, Todesstrafe in Hessen, Vergewaltigung) oder nicht sehr überraschend (Hausfriedensbruch, Wechselgeld behalten /= Unterschlagung, Ruhestörung). Vielleicht ist es für jemand interessanter dem viel davon nichts sagt. Aber für mich ist das Buch wegen zu bekanntem/uninteressamtem Inhal in Verbindung mit eher nervendem Humor leider nicht gut angekommen... 2/5.

    Stuart Ashen - Terrible Old Games You've Probably Never Heard Of

    Eine Zusammenstellung alter (= 70er und 80er), sehr schlechter Videospiele mit Begründung, warum sie so schlecht sind, gelegentlich unterbrochen von Erzählungen von enttäsuchenden alten Computerspielen. Am Anfang sehr vergnüglich wird es mit der Zeit etwas monoton (weil man so viele verschiedene Fehler halt nich begehen kann) und die Einschübe waren nur mäßig spannend. Außerdem ist es sehr kurz (die Hälft in der Ebook-Version bestand aus Namen von Backern, da es wohl aus Crowdfunding entstand). Sollte man vermutlich nicht wie ich am Stück lesen, hat mich aber trotzdem ganz gut unterhalten. 3/5
     
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